Yoga im dunkeln

Yoga im dunkeln

..eine sehr tiefe Einkehr zum Ich!

Vorab einmal….Ich habe mir nicht wirklich Gedanken dazu gemacht, etwas neues bieten zu müssen. Wahrscheinlich hat es auch schon der eine oder die andere gemacht und angeboten und einem Workshop mit Sanjeev Bhanot habe ich es auch schon mit einer Augenbinde erlebt, mich jedoch nicht weiter oder tiefer damit beschäftigt.

 

 

Doch es kommt eben immer einfach im Leben wie es kommen soll, eben zum passenden Zeitpunkt.
Die Inspiration dazu, völlig nach innen zu spüren, kam…wie soll es auch anders sein….natürlich von Außen. :)

Mein bester Kumpel erzählte mir von einer Minigolfbahn im Dunkeln. Dort ist alles nur mit Schwarzlicht beleuchtet. Also nicht wirklich viel zu sehen. Der erste Gedanke der mir kam war: wow….das erfordert viel mehr Konzentration! Selbstvertrauen! Selbstsicherheit! Willen!

Also kam mir die Idee, in der nächsten Yogastunde ein kleine Aufwärmesequenz zu machen, ruhige Sonnengrüße mit dem Fokus “wie fühlt sich mein Körper in den Asanas an wenn er im Lot ist” und dann…ja dann schaltete ich das Licht aus und nur noch vier Teelichter streuten minimales Licht.

Jede/r begann im eigenen Tempo die Sonnengrüße, ob 3 Atemzüge die Asanas halten, im Flow oder ganz langsam, Pausen oder auch nicht….einfach ins fließen kommen und vor allem INS SPÜREN!

Anfangs vielleicht noch blinzelnd, wurde es immer ruhiger in den einzelnen Abläufen, auch die Augen wurden endgültig in der Stunde geschlossen, das Außen quasi “verbannt”. Wo landet mein Fuß wenn ich nicht hinschaue, wie fühlt sich die Position meiner Hände an, hebe ich mein Herz und öffne ich mich, etc….?! All diese Möglichkeiten erspürte jede/r.
Es war eine sehr schöne Stunde.

Die zweite Inspiration kam dann von meinem Lebensgefährten. Ich erzählte ihm von der Stunde und er brachte es in einem Satz auf den Punkt, was ich noch nicht formulieren konnte. “Das ist schön und wichtig, in der dunklen Jahreszeit und in einem derzeit düsteren Weltgeschehen keine Angst vor der Dunkelheit zu haben und das innere Licht wieder zu entdecken.”
Mein Gedanke dazu war: Wenn ich nicht mir blind vertrauen kann…wem dann?!?
Mit diesen Sätzen ging es in die nächste Stunde und es wurde noch intensiver.
Der/die Einzelne kam noch mehr ins Körperbewusstsein, alle waren im Lot im eigenen Körper, ich machte keinerlei Ansagen, es gab keinerlei Korrekturen oder Hilfen zu machen. Ein maximales tiefes Bewusstsein und Entspannen war spürbar.
Nach den Sonnengrüßen führte ich alle in die Kindeshaltung und schaltete sanftes wieder Licht ein.

Die entspannten Gesichter machten mir am meisten Freude! Auch die Feedbacks über das zur Ruhe kommen der Gedanken, sich weder von Fusseln an den Zehen noch von den Nachbarn ablenken zu lassen bis hin zu dem Punkt, egal ob rechte oder linke Seite, einfach fließen. Die Dauer der Sequenz war keinem klar, alle waren baff das es 20-30 Minuten waren! Auch die ehrlichen Gedanken” wie lange denn noch” oder “puh ich kann bald nicht mehr” “ich musste zwischendurch echt Pause machen” waren für jeden Einzelnen sehr wertvoll.
Daran merkt man wie lange die eigene Kraft der Tagesform tatsächlich reicht und wann man Grenzen zieht.
Wie anders man im Körper ist, wenn man wirklich keine Möglichkeit mehr hat etwas zu sehen, ganz anders als “nur” mal die Augen in den Asanas zu schließen.

Alles in Allem sind es in den Kursen tolle, tiefe und stärkende Begegnungen mit sich selbst gewesen.
Ob man dies nun daheim vor dem Schlafen nach macht um mit einem “leeren” Kopf in die Nacht gehen zu können oder sich am Morgen damit sanft in Bewegung bringt, andere Asanas einfließen lässt und auch die innere und äußere Balance wirklich unter solchen Umständen erspürt….alles ist richtig und führt dort hin wo du hin gehörst :-)

ZU DIR
IN DEIN LICHT
IN DEINE MITTE

Ich danke euch allen, dass ihr einen Teil meines Weges mit mir geht und ich auch mit euch mitgehen darf, euch einlasst auf die Ideen die mir so kommen, auf euren Mitteilen wie es auf euch wirkt,  für unser Miteinander.
Wir sind alle miteinander verbunden und jede/r ist auch ein kleiner Teil der Entwicklung des Anderen.
Auch ich komme damit immer wieder in meine Mitte.

Schöner kann man sich dem Ende von 2015 kaum nähern!

Tausend Dank!
Herzensgüte an Euch von mir

Namasté
Ute