IMG_5884…erleben.

Gestern war ein spannender Abend….also im eigentlichen Sinne ENTspannt.
Es gibt in Bonn einen kleinen Laden für Yoga und Meditationsbedarf. Patrick, der Inhaber und Freund, veranstaltet dort alle 2-3 Monate das „Monks kitchen“
…..an dem Laden ist ein Zen-Dojo angeschlossen, Patrick ist Zen-Mönch und leitet dort alles.
Wenn er die „Mönch-Küche“ öffnet, kochen er und/oder eingeladene Köche vegan, vegetarisch, indisch, Ayurvedisch und vieles mehr.
Bis zu 12 Plätze gibt es und man trifft immer andere fremde spannende Menschen. Völlig querbeet, den Managertypen, der einfach mal was anderes erleben will, die Studentin mit der asymmetrischen Frisur und bunter Ringelstrumpfhose, Teamleiter von möglicherweise ausbeutenden Zeitarbeitsfirmen, Yogalehrer, Kosmetikerinnen, Weltenbummler und Masseure….Hier begegnen wir uns friedlich, man erfährt, welch innere Kämpfe der eine oder die andere mit ihrer Arbeit hat, wie sehr sich viele ein anderes systemfreieres Leben wünschen. Einfach mal aus dem gezwungenen Alltag raus und von andren Erfahrungen über Selbstverwirklichung zu hören.
Da wird sich anvertraut, dass man keine Lust zu dem Treffen hat und sehr nach innen gekehrt ist, dennoch glücklich, da zu sein….ein anderer empfindet das normale Arbeitsleben als zu langweilig im Gegensatz zu allen anderen am Tisch, dennoch richteten sich viele Frage an ihn und seine Arbeit….die nächste fokussiert mal nicht die bevorstehende Geburt ihres Kindes in vier Wochen sondern dass sie einfach dies und das arbeitete ohne sich selber zu fertig zu machen, dass sie aus ihrem Studium nichts gemacht hat….die nächste macht bald dies, den nächsten berührt gerade das
Mich bewegt das jedes mal sehr. Gestern fühlte ich mich nicht als Paar dort, obwohl mein Gefährte dabei war. Einerseits kann das schmerzvoll sein wenn man gerade Zuneigung nötiger hat, andererseits war ich einfach Ute, die über die man etwas erfahren wollte. Nicht definiert über den Partner.
Ich beobachte das so oft…das Frauen für ihre Männer im Geschäft sprechen wenn ER ein neues Hemd sucht. Männer die im Restaurant alles auswählen für die „dämliche“ Begleitung. Wir merken gar nicht, wie oft wir unsere Mitmenschen wirklich dämlich da stehen lassen. Schlimmer noch, wenn der Partner dann öffentlich zurück schiesst in Form von „ich kann selber reden“ …Eine unangenehme Situation für das Umfeld und beide beteiligten.
Einfach man selber sein…sollten wir mehr genießen, nicht als schlimm empfinden, sich weniger über jemanden definieren,
Wir sollten auch weniger schnell über Situationen urteilen, was im inneren eines Investmentbankers gerade los ist, weiß nur er. Jeder Mensch hat ein Gewissen und bei den allermeisten arbeitet dieses in den letzten Monaten auf Hochtouren. Mittlerweile merken immer mehr, dass es viele Dinge gibt, die nichts mehr mit Verschwörungstheorien zu tun haben.
Um so wichtiger sind solche Plätze wie Patricks´ damit man Werkzeuge erfährt, die einem den Weg wieder zu sich zeigen, Austausch mit Gleichgesinnten, Austausch mit dem Gegenteiligen, reinschnuppern in den einen oder anderen Werdegang des Gegenübers.
Wo kann man einfacher über Auswege des „zu sehr nach außen gerichtet sein“ lernen als im Miteinander?!
So kommen wir alle nach und nach mehr in Fluss….gemeinsam….als du & du & du & du ….
und ganz nebenbei zur Hauptsache: ES IST MEGALECKER dort zu essen :)
Namasté
Ute